Veranstaltungsdetails
Willkommen bei den Tar Barrels von Ottery St Mary 2026
Am Donnerstag, den 5. November 2026, verwandelt sich die kleine Stadt Ottery St Mary in East Devon in einen Ort aus Feuer, Rauch und jahrhundertealter Tradition. Tausende Besucher aus ganz Großbritannien und der ganzen Welt kommen, um eine der außergewöhnlichsten Volksveranstaltungen Englands zu erleben: Einheimische heben brennende Teerfässer auf die Schultern und rennen damit durch die engen, vollbesetzten Straßen der Stadt. Der Eintritt ist kostenlos.
Highlights
- Kinderfässer ab ca. 16:00 Uhr als Auftakt des Abends
- Fässer für Frauen, Jugendliche und Männer ab ca. 19:00 Uhr
- Das „Gurt Big Un" – das größte und schwerste Fass der Nacht – gegen Mitternacht
- Entzünden des riesigen Lagerfeuers in St Saviour's Meadow gegen 18:30 Uhr
- Kirmes mit Fahrgeschäften und Streetfood-Ständen ab ca. 17:00 Uhr
- Traditioneller Kanonendonner im Morgengrauen als Startsignal des Tages
- Über 400 Jahre alte Tradition – einmalig in ganz England
Programm
Der Tag beginnt ungewöhnlich früh: Gegen 5:30 Uhr morgens werden Kanonenböller abgefeuert, die ganz Ottery aufwecken und den Beginn des Feiertags ankündigen. Im Laufe des Nachmittags füllen sich die Straßen der Stadt. Ab 16:00 Uhr starten die Kinderfässer in speziell abgesperrten Bereichen. Die Kirmes öffnet gegen 17:00 bis 17:30 Uhr in der Nähe von St Saviour's Meadow.
Mit Einbruch der Dunkelheit steigt die Spannung. Ein brennendes Fass wird in einer Prozession durch die Straßen getragen, um das Lagerfeuer zu entzünden, das dann die ganze Nacht lodert. Ab 19:00 Uhr folgen die großen Fässer für Frauen, Jugendliche und schließlich Männer. Jedes Fass wird vor einem der Gasthäuser der Stadt entzündet und dann auf die Schultern des Trägers gehoben. Der Abschluss gegen Mitternacht gehört dem „Gurt Big Un" – dem schwersten Fass des Abends, dem dramatischen Finale der Veranstaltung.
Geschichte und Tradition
Die Tar Barrels gelten als eine der ältesten überlieferten Volksgebräuche Englands. Ihre genauen Ursprünge sind nicht gesichert, doch die meistverbreitete Erklärung verknüpft die Tradition mit dem Gunpowder Plot von 1605, dem gescheiterten Attentat auf König James I. Wie viele Bräuche in der englischen Grafschaft Devon verbindet das Fest Elemente alter Feuerrituale mit der Erinnerung an dieses historische Ereignis.
Was Ottery St Mary einzigartig macht: Während in anderen englischen Städten Fässer durch die Straßen gerollt wurden, begann man hier irgendwann, sie auf den Schultern zu tragen. Heute ist Ottery die einzige Stadt in England, in der vollgroße, brennende Teerfässer auf diese Weise durch die Straßen getragen werden. Das Recht, ein Fass zu tragen, ist auf Einheimische beschränkt. Wer ein „Barrel Roller" werden möchte, muss in Ottery geboren sein oder dort ein Unternehmen betreiben. Viele Familien pflegen diese Tradition seit Generationen.
Das „Gurt Big Un"
Der Höhepunkt jeder Tar-Barrels-Nacht ist das sogenannte „Gurt Big Un". „Gurt" ist ein altes westenglisches Wort und bedeutet schlicht „groß". Dieses letzte und schwerste Fass des Abends, oft mehr als 30 Kilogramm schwer, wird gegen Mitternacht entzündet und von einem erfahrenen Träger durch die johlende Menge geführt. Es bildet den feurigen Abschluss einer langen Nacht voller Adrenalin und Gemeinschaftsgefühl.
Tickets und Eintritt
Die Tar Barrels sind eine kostenlose Veranstaltung, für die keine Eintrittskarte erforderlich ist. Die gesamte Veranstaltung wird von ehrenamtlichen Helfern organisiert. Wer die Tradition unterstützen möchte, kann ein offizielles Programmheft kaufen, das eine Karte der Fassrouten sowie genaue Uhrzeiten enthält. Außerdem empfiehlt sich der Kauf eines wiederverwendbaren Bechers, der in verschiedenen Größen erhältlich ist und seit 2018 Einwegplastik ersetzt.
Sicherheitshinweise
- Fässer niemals berühren und keinen Kontakt mit den Trägern suchen.
- Den Anweisungen der Ordner und Marshals jederzeit Folge leisten.
- Das Mitbringen von Glasflaschen ist verboten; an Ständen gibt es Bier und Cider in Plastikbechern.
- Für Kleinkinder, Kinderwagen und Personen mit eingeschränkter Mobilität ist die Veranstaltung nach 19:00 Uhr nicht geeignet.
- Nicht vor den Fässern weglaufen: einfach zur Seite treten und warten, bis der Träger vorbei ist.
- Einen Treffpunkt im Voraus vereinbaren, da das Mobilfunknetz zeitweise überlastet ist.
Besuchertipps
- Vor 16:00 Uhr anreisen, da Parkplätze schnell belegt sind und Straßen ab ca. 15:00 Uhr gesperrt werden.
- Den Stadtkern nicht mit dem Auto ansteuern; offizielle Parkplätze am Stadtrand sind ausgeschildert.
- Mit dem Bus (Stagecoach ab Exeter, Sidmouth und Honiton) oder mit dem Zug bis Feniton oder Honiton anreisen.
- Warme und zwiebelförmige Kleidung einplanen, da es im November in Devon kalt und feucht sein kann.
- Unterkunft möglichst frühzeitig buchen; Hotels in Exeter (ca. 20 km) und Honiton (ca. 8 km) sind beliebte Optionen.
- Wer das Exeter Airport anfliegt: Er liegt nur etwa 16 km von Ottery St Mary entfernt.